Türkei Teil 2 – Durch die „gefährliche“ Osttürkei

13226633_551599038352749_7181811477382128338_n-300x173 Türkei Teil 2 - Durch die "gefährliche" Osttürkei

Die Reise geht weiter

Jeder Deutsche braucht einen Syrischen Freund! So ist das doch gerade in Deutschland, oder? Ihr habt jetzt alle mindestens einen syrischen Freund!

Auch wir haben in Antalya syrische Freunde gefunden und einer davon, der Allam, beschloss mit uns bis nach Erzurum in der Ost Türkei zu fahren! Er hat sich innerhalb einer Woche das wichtigste besorgt und nun kann es nach ca. 3Monaten Winterpause wieder weiter gehen! 🙂  

Schon die ersten Meter fühlen sich an, als wäre man gerade neu geboren. Wir freuen uns wie kleine Kinder wieder auf der Straße zu sein, neues zu entdecken und waren sehr gespannt, wie es in der Osttürkei wird. Uns wurde mehr als einmal gesagt, dass es in der Osttürkei sehr gefährlich wird und wir da lieber nicht hin sollen. Hat da wieder einmal die Medien Propaganda Platz in vielen Hirnen der Menschen gefunden? Zumindest habe ich die Osttürkei überlebt! Das ist doch schonmal ein Anfang!IMG_1610-300x225 Türkei Teil 2 - Durch die "gefährliche" Osttürkei

 

Das Meer – Die ersten Kilometer entlang der Küste

Wir lieben das Meer! Und wollten uns ehrlich gesagt auch so lange wie möglich vor den Bergen drücken. 😉

Naja, falsch gedacht… Die wirklich steilen und anstrengenden Berge hatten wir an der Küste! Keine langen aber kurze und knackige, mit 18% Steigung, waren da schon mal dabei.

Wir genossen das herrliche Wetter des Mittelmeeres und waren schon im April sehr oft baden. Auch die wilden Maulbeeren, Orangen, Zitronen und Erdbeeren bereiteten uns eine riesen Freude.

Wir prahlen immer damit, wie gut unsere Reifen sind, da wir nun ca. 7500km hinter uns haben und Patrick noch keinen und ich einen Platten hatten. -Unglaublich-!

Allam kann damit nicht prahlen… Schon am dritten Tag stürzte er bei einer Abfahrt -zum Glück in einer Kurve vor der man bremsen musste- mit 30 km/h auf den Asphalt. Die Ursache war ziemlich merkwürdig. Der vordere Reifen war platt, er hat ganz plötzlich die gesamte Luft verloren und Allam verlor die Kontrolle über sein Fahrrad. Doch das wirklich merkwürdige an der ganzen Geschichte war der Schlauch. Er hatte nicht einfach nur ein Loch, sondern er war gleichmäßig zerschlitzt! Wir wissen bis heute nicht, wie das möglich war. Doch das sollte nicht der letzte Platten gewesen sein. – alleine an einem Schlauch waren 15 flicken… –

 

Nach dem wir Patricks Geburtstag und damit auch den letzten Tag am Meer gefeiert haben, ging es in die Berge der Türkei in Richtung Nevshehir (Kappadokien)

 

Kappdokien – Eine unglaubliche Landschaft!

 

Schon der Weg durch die unglaubliche Berg Landschaft verschlägt uns den Atem, doch als wir in Kappadokien ankamen waren wir noch geflashter. Patrick und ich waren schon mit unseren Freundinnen dort, als sie uns besuchen kamen, jedoch auch wir waren ein zweites mal positiv überrascht.

IMG_1807-300x225 Türkei Teil 2 - Durch die "gefährliche" OsttürkeiAuf dem Weg dorthin organisierten wir noch ein kleines aber wichtiges Tool um das hintere Ritzel zu wechseln/drehen, da mein Ritzel schon sehr mitgenommen war. Mit Hilfe von René, den wir in Kappadokien trafen, und seiner Kettenpeitsche wendete ich das Ritzel und ersetzte die Kette. Was für ein herrliches Gefühl ohne eine knatternde Kette zu fahren! Wir verbrachten eine Nacht in einem Hostel und 2 Nächte in einer Höhle, in der wir unsere Hängematten aufhängen konnten! Das hat glaub ich auch noch nie jemand gemacht! 😀

Da Patrick’s Freundin ihn in Erzurum relativ zeitnah besuchen kam und Allam und ich nicht hetzen wollten, trennte sich Patrick vorläufig von uns und wir fuhren zu zweit durch den Rest der Türkei.

 

 

Die “gefährliche” Osttürkei

 

Allam und ich sitzen an einem wunderschönen See mit einem Bier in der Hand, einem vollen Magen und fragten uns: “Hatten die ganzen Menschen etwa recht? Sind wir schon tot und im Himmel angekommen? Oder sind die Menschen hier wirklich so nett?!”

 

Dazu gibt es eine kleine Geschichte:

Nach ca. 60km suchten wir nach einem schönen Schlafplatz, an dem wir evtl auch einen Pausentag mach könnten. Auf der Karte sahen wir, dass wir auf der Strecke einem See begegnen und wussten noch nicht, was für ein Glück wir haben werden.

An dem See angekommen, staunten wir über diese unglaubliche Landschaft die sich uns bot. Keine Minute später machte sich ein Mann, der auch die Aussicht genoss, bemerkbar und winkte uns zu sich. Zu meinem Glück spricht Allam mittlerweile ziemlich gut Türkisch und die beiden konnten sich verständigen. Er frägt uns ob wir Bier wollen. Nach einer kleinen Diskussion, da unsere Reisekasse ziemlich knapp ist und Bier in der Türkei sehr teuer, sagten wir, dass wir auch eins nehmen würden. Wir wussten nicht so recht, wie wir das Bier bekommen würden, da die nächste Ortschaft 5km weiter war. Zu unserem erstaunen kam nach 5min ein Taxi, das gleich 2 Bier für jeden Mitbrachte. Ich holte meinen Geldbeutel und ahnte nichts Gutes, 2 Bier statt eines und dann noch ein Taxi… das sind bestimmt mehr als 6€ (18lira).

Er machte mir klar, dass ich nichts zu zahlen hätte und wir nun seine Gäste wären. “Wow! 🙂 Dankeschön.” schießt es aus mir mit einem strahlenden lachen heraus. Doch das sollte erst der Anfang seiner Wohltat sein.

Er lud uns zum Essen ein, wir bekamen noch mehr Bier, stellte uns seinen Freunden vor und zu guter letzt bekamen wir bei einem Friseur noch den Bart gestutzt! Was für ein Abend, was für ein netter Mensch!

Er sagte uns: “Wenn ihr nette Menschen treffen wollt, müsst ihr aus den touristischen Gebieten raus, die Menschen sind fröhlicher, warmherziger und gelassener. “ Und damit hat er recht! Bisher war das in jedem Land der Fall, egal ob Kroatien, Montenegro oder jetzt die Türkei. Die Menschen waren außerhalb der Touristen Regionen viel freundlicher.

Da saßen wir also Abends am See, mit einem Bier in der Hand, 3 im Blut, einem vollen Magen und fragten uns ob wir nun schon im Himmel angekommen waren.

 

Ich könnte echt viele solcher Geschichten erzählen. Natürlich trifft man nicht immer auf Menschen die einem so viel geben, doch auch wenn sie einem nur eine Tomate oder sogar nur eine Klopapier Rolle geben, ist es auf so einer Reise das größte Glück der Welt! Hiermit danke ich allen netten Menschen die wir auf der Reise getroffen haben! 🙂 Danke! Ihr seid super 🙂

Das Wiedersehen mit meiner Freundin und Patrick in Erzurum

 

Wir trafen Patrick in Erzurum und verbrachten zu dritt noch eine Nacht in einem Hotel in, bevor es für Allam hieß Abschied zu nehmen und wieder zurück nach Antalya zu gehen. Warum er nicht weiter mit uns gefahren ist, obwohl er sehr gerne gewollt hätte? Ganz einfach, er ist ein Syrer, damit ein Mensch der 2ten Klasse und damit nicht berechtigt zu Reisen. Und das ist jetzt kein Scherz, er ist quasi in der Türkei gefangen. Na, da haben wir Deutschen doch nochmal Glück gehabt, dass du oder ich nicht in Syrien geboren wurden, oder?

Wir verabschiedeten uns also von Allam und ich erwartete sehnsüchtig meine Freundin am Flughafen. Patrick ist schon weiter gefahren in Richtung Georgien da er natürlich nicht noch länger in Erzurum hocken möchte, schon gar nicht alleine. Verständlich.13217363_555360367976616_8428275218087980670_o-300x225 Türkei Teil 2 - Durch die "gefährliche" Osttürkei

Ich hatte eine wunderschöne Zeit in einer echt schönen aber konservativen Stadt, mit meiner Freundin.

 

Nach einer Woche sagte auch meine Freundin wieder auf Wiedersehen und ich fand meinen Weg alleine in Richtung der Georgischen Grenze.

 

Alleine fahren

 

Ich bin nun das erste Mal alleine unterwegs auf dieser Reise. Meiner Mutter gefällt das gar nicht 😉 … doch wie gefällt es mir?

Anfangs dachte ich mir, dass ich jetzt echt genau das machen kann, was ich machen will. Ziemlich schnell fand ich heraus, dass ich das schon immer gemacht habe und sich an dem Tagesablauf nicht wirklich etwas geändert hat.

Was sich geändert hat ist, dass man öfters eingeladen wird. Sei es zu einem Essen oder aber auch um bei jemandem für eine Nacht zu schlafen und eine warme Dusche zu bekommen.

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Sie luden mich zum Essen ein und bei ihnen schlafen durfte ich auch

Doch schlussendlich bin ich froh mit jemandem reisen zu können, mit dem ich gut klar komme und meine Interessen Teile.  🙂

Hier geht’s zum ersten Teil!


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3 Gedanken zu “Türkei Teil 2 – Durch die „gefährliche“ Osttürkei”

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