Türkei – Teil 1. Bürokratie Kram

11215104_492581530921167_3899707410450001320_n-300x225 Türkei - Teil 1. Bürokratie Kram

Die Türkische Grenze

Was ich dachte was uns erwartet:

Flüchtlingschaos

Was uns wirklich erwartete:

Nette Zoll Angestellten

 

Also gut, wieder keine Flüchtlinge getroffen. Wie schon auf der ganzen Reise kamen wir auch hier noch nicht wirklich mit Flüchtlingen in Kontakt. Gut oder schlecht? Ich weiß es nicht. In diesem Moment wünschte ich mir, mal mit einem Flüchtling reden zu können, ihn fragen zu können, wie das eigentlich so ist ein Flüchtling zu sein und wenn er sein Smartphone rausholt ihn verdutzt anschauen und ihm sagen, dass Flüchtlinge doch eigentlich viel zu arm sind um sich ein Smartphone leisten zu können! Das ist ja eigentlich schon fast eine Frechheit, dass er auch im 21sten Jahrhundert angekommen ist, oder?

 

Naja, Spaß beiseite.

Wir waren nun in der Türkei! Alter Schwede, wir sind von Deutschland bis in die Türkei mit dem Fahrrad gefahren! Mit Euphorie und Motivation geht es nun also ab in die Türkei. Wir fahren mit Mops Geschwindigkeit Richtung Istanbul wo wir uns mit einer Freundin von Patrick treffen werden. Sie studierte in Istanbul.

 

 

Istanbul

Wow, so viele Autos die Kreuz und Quer Regeln missachten. Da müssen wir jetzt aber durch und erreichen schließlich die empfohlene Fähre zu dem richtigen Wohngebiet. Eine Fähre führt uns also auf den Kontinent Asien!

 

Unglaublich, wir sind in Asien! Für die, die es nicht wissen: die Westliche Hälfte von Istanbul ist Europäisch und die Osthälfte ist Asiatisch.

Spät abends treffen wir uns also in einem Kaffee mit der Bekannten von Patrick und gingen, beziehungsweise hinkten zu ihrer Wohnung. (Sie hatte sich etwas am Bein gebrochen 😉

 

Wir hatten viel vor in Istanbul

  • Uns über die bevorstehenden Visa schlau machen und zu Botschaften gehen.
  • Wegen der Aufenthaltsgenehmigung eine richtige Aussage einholen (wir überwinterten in Antalya)
  • Die Stadt anschauen etc.

 

Wir waren bei der Iranischen Botschaft, diese hatte zu. Danach beschlossen wir, dass diese Aufgabe noch Zeit hat und wir einfach mal googeln! 😀

Wir haben die Info bekommen, dass man im ersten Monat in dem man sich in der Türkei befindet die Aufenthaltsgenehmigung beantragen muss und zwar dort, wo man auch die Zeit bleiben wird, in unserem Fall –> Antalya. Wie sich herausstellte war das Bullshit!

Die Stadt haben wir uns aber gründlich angeschaut, sind abends auch mal feiern gegangen und waren positiv von der Bomben.. Ähhh Super Stimmung überrascht!

 

Die Busfahrt des Grauens

 

G0011031-300x225 Türkei - Teil 1. Bürokratie KramDie falsche Information über die Aufenthaltsgenehmigung führte uns zu der Entscheidung, dass wir zu Busagenturen liefen und Tickets nach Antalya kaufen wollten. Nur eine Busgesellschaft sagte, dass es “kein Problem” sei, mit unseren Fahrrädern und dem Gepäck nach Antalya zu fahren.

“kein Problem” – von wegen kein Problem! Der Bus fährt uns davon. Mit der Aussage des Busfahrers, dass kein Platz mehr frei ist, fährt er einfach davon. Wir protestieren Lautstark, doch wenn niemand englisch oder deutsch spricht kann man so laut reden wie man will…

Wir bekamen die Karten umgetauscht und versuchten unser Glück am darauf folgenden Tag.

Nach einer nicht sehr erholsamen Nacht am Bahnhof versuchten wir also unser Glück erneut. Man hat uns gestern am Schalter versichert, dass es “kein Problem” geben wird.

Um es kurz zu machen:

Heißer und gefühlte 2h später sitzen wir im Bus. Mit 50Lira Schmiergeld war das ganz dann wirklich “kein Problem” mehr…

 

 

Antalya (Geyikbayiri)

Wir überwinterten in Antalya, genauer gesagt in Geyikbayiri.

In Geyikbayiri ist ein großes und beliebtes Sportklettergebiet mit zahlreichen Camps. Wir haben in einem dieser Camps arbeiten dürfen und bekamen dafür Kost und Logis.

Das erste Mal in meinem Leben habe ich diesen Sport so intensiv betrieben wie dort! Es ist ein sehr schöner Sport und werde auch nach meiner Reise sicherlich öfters klettern gehen!

Doch da gab es noch dieses eine, kleine Problem:

Wir werden uns länger als 3 Monate in der Türkei aufhalten und brauchen deshalb eine Aufenthaltsgenehmigung – oder brauchen wir die wirklich?

Das Chaos beginnt. Um nun endlich eine Aussage zu bekommen, der wir trauen können, sind wir auf das Ausländer Amt in Antalya gegangen und haben dort persönlich nachgefragt was wir denn nun alles benötigen!

Wir brauchen:

  • Ausgefülltes Online Formular
  • Eine Adresse wo wir wohnen werden (die Adresse des Camps mit einer vorläufigen Reservierungsbestätigung hat genügt)
  • eine türkische Krankenversicherung
  • 4 Passbilder
  • einen türkischen Bankaccount auf dem wir 500$ pro verlängertem Monat vorweisen müssen
  • um einen Bankaccount zu bekommen, brauchten wir natürlich noch eine türkische Steuernummer!
  • und dann natürlich noch Geld…

Ich glaube das wars, ist aber auch genug!

Bis wir das alles zusammen hatten ging es Ewigkeiten, ich weiß gar nicht mehr, wie oft wir die Reise nach Antalya bestritten haben. Geyikbairi ist zwar “bei Antalya” aber “bei Antalya” ist in diesem Falle eben doch 30km entfernt.

IMG_1417-300x225 Türkei - Teil 1. Bürokratie KramDas man das ganze im ersten Monat des Türkei Aufenthaltes machen muss, war wie schon erwähnt, eine Fehlinformation.

Wir füllten also dieses Online-Formular aus und hatten nun ein Termin zu dem wir alles abliefern mussten. Der nächste Schritt war es die türkische Steuernummer zu bekommen. Das ging easy und kostete nichts. Einfach zu dem Amt rennen und man bekommt die Nummer nach ein paar Minuten auf die Hand. Natürlich benötigt man auch dazu seinen Pass und muss seine türkische Adresse angeben.

Nächstes Problem: Wenn wir so viel Geld abheben (pro Person 2000€) und auf das türkische Bankkonto einzahlen haben wir ziemlich viel Geld durch die Abhebegebühren verloren. Da konnte zu unserem Glück das Camp aushelfen und hat uns 2000€ geliehen! Man muss zwar zum Schluss vorweisen, dass man 2000€ auf dem Konto hat, doch braucht dazu nur den Beleg wie man das Geld eingezahlt hat. Also haben wir dieses Geld 2 mal benutzt, bedeutet erst auf Patricks Konto eingezahlt und am nächsten Tag auf meins, und waren alleine deshalb 3 mal in Antalya.

Leider wurde unsere Versicherung, die uns um die ganze Welt schützt, nicht anerkannt und wir brauchten also eine zusätzliche Versicherung. Die günstigste Versicherung fanden wir in einer Visa Agentur, wirklich sehr günstig.

 

So, und jetzt kommt der Hammer!

Der Typ von der Visa-Agentur frägt uns, wieso wir denn nicht einfach illegal in der Türkei für die weiteren 3 Monate bleiben, es wäre für uns sogar günstiger die Strafe zu zahlen als diese ganzen Anträge zu machen!

“Ja, ehm… wie?” stammeln wir.

Ja, oder ihr zahlt die Strafe bei der Ausreise einfach nicht! Dann dürft ihr aber 5 Jahre nicht mehr in die Türkei kommen, allerdings kann man innerhalb den 5 Jahren auch wieder ganz einfach einreisen, muss aber bei der Einreise die Strafe zahlen.

“Ja,ehm… wie?! Wieso sagt man uns sowas denn nicht früher? Was passiert denn, wenn wir in eine Polizeikontrolle kommen?”

Dann müsst ihr innerhalb von 10 Tagen ausreisen.

“Aha, das ist also das Problem. Wenn wir schon kurz nach Antalya erwischt werden und wir dann innerhalb von 10 Tagen ausreisen müssen, wird das ziemlich stressig! ;)”

 

Wir beschlossen also alles auf dem legalen Wege zu machen. Mit ein bisschen bammel gingen wir mit unseren Dokumenten in einem Zip-Beutel zu der Behörde und bekamen erst einmal sehr ernste Blicke zu spüren! Sie sagten uns, dass man solche wichtigen Dokumente normalerweise in einem Ordner mit sich führen solle! “Hey, in so einem Zip-Beutel werden solche wichtigen Dokumente wenigstens nicht nass!”

Die Stimmung lockerte sich und wir haben doch noch relativ viel gelacht 😉

Ca. 2 Wochen später, gerade noch rechtzeitig kam unser “Türkischer Pass” per Einschreiben an. So, jetzt kann es endlich wieder weiter gehen!

 

 

Die Reise geht weiter

 

IMG_1581-e1464548529976-225x300 Türkei - Teil 1. Bürokratie KramJeder Deutsche braucht einen Syrischen Freund! So ist das doch gerade in Deutschland, oder? Ihr habt jetzt ja alle mindestens einen syrischen Freund!

Auch wir haben in Antalya syrische Freunde gefunden und einer davon, der Allam, beschloss mit uns bis nach Erzurum in der Ost Türkei zu fahren! Er hat sich innerhalb einer Woche das wichtigste besorgt und…

 

Seid gespannt auf den 2ten Teil unseres Türkei Aufenthaltes 😉 !

Hier geht’s zum 2ten Teil!


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3 Gedanken zu “Türkei – Teil 1. Bürokratie Kram”

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