Tadschikistan – Berge.Berge.Berge | Teil 1

„Was habe ich mir dabei bloß gedacht?“

geht mir durch den Kopf, als das Flugzeug in dem ich sitze, über das Pamir Gebirge Richtung Dushanbe in Tadschikistan fliegt. Eine unglaubliche Berg Landschaft befindet sich unter mir, mit so hohen Bergen wie ich Sie mir bisher nicht Vorstellen konnte.

Mit dem Wissen, dass ich auf einen Pass mit 4655m hochradeln werde und dem ersten Bier seit Monaten, nicke ich nochmal unruhig ein und hoffe nebenbei, dass mein Fahrrad mit mir komplett ankommt.

 

Dushanbe – Eine auffallend leere Stadt

Als ich den Karton und damit mein Fahrrad sehe, bin ich wohl sichtlich erleichtert, da mich der Kartons bringende Flughafen Angestellte mit einem lächeln begrüßt und mir den Karton vor die Nase stellt. Nach einem kurzen Blick auf den Karton fällt mir auf, dass er ein wenig demoliert ist und tatsächlich, auch das Fahrrad hat ein paar Macken abbekommen und ein Teil ist gebrochen.Zum Glück hatte ich noch ein passendes Ersatzteil dabei. Das bedeutet jedoch, dass ich das nächste mal, wenn ich fliegen sollte, das Fahrrad noch besser einpacken werde.

Am Flughafen in Teheran haben wir den Tom aus der Niederlande kennen gelernt, auch ein Radreisender, der jedoch ein wenig anders unterwegs ist als wir es sind. Das er anders unterwegs ist, bemerke ich schon daran, wie wenig Gepäck er mit sich am Flughafen im Iran hat. Gewichts technisch hat er die Hälfte von dem was ich dabei habe. Und ich habe schon sehr viel ausgemistet, da es ja auf einen Pass mit 4655m hoch gehen soll. Doch schnell wurde klar, warum er so wenig Gepäck mit dabei hat. Weder einen Kocher noch eine Isomatte hat er dabei! Ich bin geschockt! Er findet das, was unsere Reise ausmacht, nur eine Nebensache. Er reist um sportlich zu sein, um eine Challenge zu schaffen und nicht um zu reisen. Ich finde diesen Gedanken sehr befremdlich, ich frage mich, was für ein komischer Mensch er sein muss. Er hat auf jeden Fall ein sehr großes Selbstbewusstsein, anders kann ich mir es nicht erklären, wie man den KOMPLETTEN Flug mit dem Helm auf dem Kopf ausharren kann!

Ein komischer Vogel, dieser Tom. 

 

Vor dem Flughafen mit Sack, Pack und Karton stehend, fällt mir auf, wie klein und leer doch der Flughafen der Hauptstadt Tadschikistans ist. Außerdem scheint es niemanden groß zu interessieren, dass wir nun dabei sind unsere Fahrräder zusammenzubauen. Ja, sie sind es mittlerweile schon gewohnt, dass Radreise Touristen in ihr Land kommen um die schönen weiten des Pamir Gebirges zu bestaunen und sie sind froh darüber. Im Hostel angekommen wollen wir ein paar Besorgungen machen, eine neue SIM-Karte und natürlich wollen wir auch die Hauptstadt Tadschikistans ein wenig begutachten. Doch die Stadt wirkt sehr leer, zumindest kommt es einem so vor.

Das Regierungsgebäude lässt ahnen wohin die Steuergelder fließen.

 

Aus dem Hostel in das Ungewisse

Wie es in Tadschikistan üblich ist, beschenkt das Land einen bei der Ankunft mit Bakterien, Viren und Parasiten von denen unser Körper noch nie zuvor gehört hat. Das bedeutet noch ein wenig im Hostel bleiben um wieder zu Kräften zu kommen. Das Hostel ist voll mit Gleichgesinnten, 60% Radreisende die restlichen 40% sind hauptsächliche Reisende die sich eine Tour gebucht haben aber auch ein paar wenige Wanderer sind dabei.

Tom kommt auf uns zu, in seinen Augen sieht man, dass er etwas von uns möchte. Er fragt ob er mit uns fahren darf, da er ja keinerlei Koch-Utensilien dabei hat und sich auf der Strecke nicht alle 50m ein Hostel befindet. Also gut, wir werden nun mit unserem Antagonisten weiterfahren, der im Normalfall 120km am Tag zurücklegt, immer Hautenge Radklamotten und ansonsten ein pinkes Polo Shirt trägt. Es wird auf jeden Fall sehr interessant!

Nach ein paar Tagen geht es uns wieder besser, so beschließen wir aufzubrechen. Wir freuen uns sehr! Seit dem Iran hat man das Gefühl, dass die Reise erst begonnen hat, die Länder davor waren ein Bonus. Auf in das Ungewisse, daran haben wir uns gewöhnt und es lieben gelernt!

 

Das Pamir Gebirge

Unglaublich! Nicht nur die Landschaft, sondern auch die Straßen, doch die sind Unglaublich schlecht. Außerdem wird uns schnell klar, dass es nicht so einfach wird, sich hier ausgewogen zu ernähren. Es gibt nur selten Gemüse, die Nudeln die es zu kaufen gibt, werden beim Kochen auf diesen Höhen schleimig und wenn es mal Obst oder Gemüse gibt ist es eben nicht so lecker. Doch so habe ich es mir ausgesucht und ich bin glücklich darüber. Doch was gibt es zu essen? Sehr oft eine Instant Nudelsuppe, ein Snickers und leider auch viel zu oft Cola um sich kurzfristig ein wenig zu pushen. Wasser gewinnen wir aus den kleinen Bächen die zu den Flüssen fließen, da diese meist noch bessere Wasserqualität haben als die Flüsse. Zur Sicherheit wird es trotzdem nochmal abgekocht und am besten noch eine Micropur Tablette dazu gemischt, da man ja dann doch nicht weiß ob vielleicht bis vor ein paar Stunden dort noch Yak’s gegrast haben. Ansonsten ist es ein Hochgenuss die unglaubliche Landschaft zu bestaunen, sich mal richtig auszupowern. Sobald man ein Dorf erreicht, werden alle Kinder aufmerksam und rufen einem „Hello“ hinterher, manchmal hört man auch ein „Fuck You“ doch wahrscheinlich hat sich da jemand einen Spaß erlaubt und den Kinder etwas falsches beigebracht. Hin und wieder hört man auch ein paar Kinder aus Afghanistan „Hello“ rufen. 

 

Wir haben zu kämpfen

Wir haben nicht nur mit der Höhe, sondern auch mit Krankheiten zu kämpfen. Patrick entschloss sich nach einiger Zeit Quälerei, die Reise per Anhalter weiter zu führen. Doch klappt das überhaupt mit dem dem Rad mit samt dem Gepäck? Was ich diesem Moment noch nicht wusste ist, dass ich nun einige Zeit alleine und mit dem mittlerweile lieb gewonnen Tom, fahren werde…

 

Die Fortsetzung folgt nächste Woche am Sonntag!..

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